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"Solarkraftwerk": Wer sich alles freut
Die Sächsische Zeitung zeigt sich besorgt über ein in ihren Augen schleppend verlaufendes Großprojekt auf einem Acker zwischen Spechtritz und Lübau. Dort will ein Leipziger Unternehmen mit dem blumigen Namen "wpd onshore GmbH & Co. KG" einen Solarpark errichten. Die Vorbereitungen dafür laufen seit mehreren Jahren. Nun ist die Zeitung offenbar ungeduldig geworden und erkundigte sich.
Der angefragte Projektleiter zeigt auf die Bundesnetzagentur und verrät dabei ein offenes Geheimnis. "Die Bonner Behörde vergibt dreimal jährlich den sogenannten EEG-Zuschlag, mit dem Erzeuger von erneuerbarer Energie finanziell unterstützt werden." Fällt also der Preis an der Strombörse auf ein unwirtschaftliches Niveau, "würde die Bundesnetzagentur den Verlust finanziell ausgleichen".
Wobei die Bundesnetzagentur hier für den Steuerzahler steht, was die SZ geflissentlich für sich behält. Bisher gab es für das Projekt auf Rabenauer Flur keinen Zuschlag. Also wartet man weiter darauf. Auch ein CDU-Mann wartet. Laut Zeitung nämlich auf jährlich 50.000 Euro. Die fließen aus der Umsatzbeteiligung am Großprojekt und sollen Löcher in des Bürgermeisters Stadtkasse schließen.
Auch die Schäferin, auf deren zwölf Hektar das "Solarkraftwerk" entstehen soll, freut sich. Die Fläche soll nämlich komplett eingezäunt werden. "Genau das habe sie, wie im Nachhinein Bürgermeister Thomas Paul (CDU) wissen ließ, einst dazu bewogen, ihr Land für das Energieprojekt zur Verfügung zu stellen", schreibt SZ. Zukünftig wären ihre Schafe dann vor Wolfsangriffen geschützt.
Daniel Heimann, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stellt sich dabei die Frage, "wo und wie das Schaf dann noch grasen soll" und mutmaßt treffend: "Eventuell kommt es zu einer Art messianischem Zeitalter, wie bereits im Buch Jesaja beschrieben, hier etwas aktualisiert: Da wird der Wolf draußen bleiben und das Lamm wohnen beim PV-Modul."
Und so fügt sich eine falsche politische Entscheidung zur nächsten - von der Energiewende bis zur Wiederansiedlung des Wolfs. Am Ende wird alles zu einer großen Erfolgsstory verwoben, die zum Glück immer weniger Bürger abnehmen. Die Spitzenleistung der Anlage soll übrigens laut SZ bei rund elf Megawatt liegen. "Damit ließen sich bis zu 3.400 Haushalte versorgen", lässt uns das Blatt schwärmerisch wissen.
Doch die Realität sieht härter aus. Ein Blick zum Himmel verrät es: Wären diese Haushalte tatsächlich abhängig vom "Solarkraftwerk", wäre es im Kühlschrank seit Wochen zu warm und in den Zimmern empfindlich kalt. Das kümmert die Ideologen in Berlin und die Glücksritter, die sie hervorbringen, herzlich wenig. Mit Blick auf alle Aspekte sind Schutzzäune für Wölfe noch der geringste dafür zu zahlende Preis.
Heimann: "Überhaupt und abschließend muss man sich fragen, in welcher verrückten Gesellschaft wir mittlerweile gelandet sind. Die Frage nach dem Acker oder der Wiese, beziehungsweise deren Vernutzung für Glasplatten und Zappelstrom zu stellen, derweil diese Flure über Evolution und eine großartige kulturelle Leistung zum Ernährer für uns Menschen geworden sind, ist geisteskrank und rührt an uns selbst."